Sie sind hier: Startseite » Therapieangebote » Für Kinder und Jugendliche:

Wir behandeln Kinder und Jugendliche mit:

(verfasst für Sprachtherapie MUNDt © 2015 und 2018 Laura Bergmann)

Sprachentwicklungsverzögerungen/ -störungen
Bei Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder –störungen liegen die sprachlichen Fähigkeiten hinter denen von gleichaltrigen Kindern zurück. Die betroffenen Kinder haben meist spät angefangen zu sprechen und äußern sich nur in kurzen Sätzen. Es treten Fehler in der Aussprache und der Grammatik auf. Sowohl das Sprachverstehen als auch die Sprachproduktion sind nicht altersgemäß entwickelt. Außerdem können pragmatische Störungen auftreten, die die Kommunikation nachhaltig erschweren. Es wird eine differenzierte Diagnostik durchgeführt, um genau festzustellen, welche Schwierigkeiten bestehen. Anschließend werden die Therapieziele und das Vorgehen besprochen, um eine möglichst effektive und auf das Kind zugeschnittene Therapie durchzuführen.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)
Kinder mit einer AVWS haben große Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von sprachlichen Informationen, vor allem wenn diese in einer lauten Umgebung voller Störquellen herausgehört werden sollen. Das periphere Hören (also das Empfangen eines Geräuschs mit der Ohrmuschel und den inneren Hörorganen) funktioniert gut, sodass das Kind einen Hörtest gut bewältigt. Eine AVWS erschwert nicht nur den eigentlichen Spracherwerb im Kleinkindalter, sondern auch das Erlernen von Lesen und Schreiben. Denn vor allem in einem unruhigen Klassenzimmer fällt es besonders schwer, sich auf die wichtigen Inhalte zu konzentrieren: Hat der Lehrer mich gemeint? Welche Aufgabe sollen wir machen? Sollen wir „Laub“ oder „laut“ aufschreiben?
Auch Erwachsene fühlen sich durch die AVWS noch in ihrem Alltag beeinträchtigt. Sie profitieren von Maßnahmen, die ihren Alltag optimieren und von Hilfsmitteln, die ihnen die Verarbeitung von auditiven Informationen erleichtern.
Die Diagnostik wird in der Regel bei einem Pädaudiologen durchgeführt und gibt frühestens im 1. Schuljahr ein aussagekräftiges Ergebnis. Neben der Förderung der Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleistungen wird in dieser Therapie auf eine enge Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehern und Lehrern gesetzt. So gelingt es, die Lernvoraussetzungen für das Kind zu optimieren und seine Fähigkeiten für den Schuleintritt zu fördern.
Weitere Informationen finden sie auf den Seiten des Deutschen Bundesverbands für Logopädie e.V. (www.dbl-ev.de) oder auf der Website der AVWS Selbsthilfe (www.avws-selbsthilfe.de).

Aussprachestörungen (Dyslalie)
Bei Aussprachestörungen verwendet das Kind den verkehrten Laut (z.B. „Tita“ statt „Kita“), fügt Laute hinzu oder lässt Laute im Wort aus. Demnach sind sowohl die Anzahl der Laute als auch die kombinatorischen Regeln nicht korrekt erlernt worden. Außerdem kommt es vor, dass Laute verkehrt ausgesprochen werden. Das bekannteste Beispiel hierfür ist das Lispeln. Aussprachestörungen führen dazu, dass das Kind schlecht verstanden und in vielen Fällen von anderen Kindern gehänselt wird. Bei der Therapie werden die gestörten Laute zunächst auf Laut-, Silben und Wortebene erlernt. Sobald der Laut sicher gebildet wird, werden Satz- und Spontansprachübungen durchgeführt, sodass das Kind auch außerhalb der Therapiestunde die korrekte Artikulation anwendet.

Lese- & Rechtschreibstörungen
Bei diesem Störungsbild sind die Fähigkeiten im schriftsprachlichen Bereich beeinträchtigt und liegen hinter der ansonsten normal verlaufenden Sprachentwicklung zurück. Es fällt den Kindern schwer, die Rechtschreibregeln zu erlernen oder flüssig zu lesen. Sie lassen beispielsweise Buchstaben aus, können Wörter nicht in Silben unterteilen oder lesen Buchstabe für Buchstabe. Lese- und Rechtschreibstörungen sollten vor Schuleintritt entdeckt und behandelt werden, um einen guten Start in der Schule zu fördern. In der Therapie werden Übungen zur auditiven und phonologischen Wahrnehmung (z.B. Laute im Wort), zum Lesen und Schreiben durchgeführt.

Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)
Bei Redeflussstörungen kommt es zu ungewollten Veränderungen in der Sprachmelodie und im Sprechrhythmus. Während beim Stottern Pausen und Wiederholungen auftreten, zeichnet sich Poltern durch ein zu schnelles und unregelmäßiges Sprechtempo aus, bei dem Silben und Wörter ausgelassen werden. Beide Störungsbilder führen zu einer schlechteren Verständlichkeit. Viele Betroffene leiden sehr unter diesen Gegebenheiten und ziehen sich zurück. In der Therapie wird unter anderem durch Atemtraining und rhythmisches Sprechen eine bewusstere und entspannte Sprechproduktion angelernt.

Myofunktionelle Störungen mit Beeinträchtigung des Ess- und Schluckablaufes und der Artikulation
Myofunktionelle Störungen sind Störungen des Muskelgleichgewichts der Zungen-, Lippen- und Gesichtsmuskulatur. Durch angeborene oder erworbene Ursachen kann es im Entwicklungsverlauf eines Kindes zu Schwierigkeiten der Nahrungsaufnahme kommen. Dabei können die Funktion der beteiligten Organe und Muskeln beeinträchtigt sein, sodass die Nahrung nicht gut gekaut oder geschluckt werden kann. Oftmals wurde auch einfach ein verkehrtes Bewegungsmuster erworben, sodass die Zunge gegen die Zähne drückt und diese verschiebt. Typisch sind ein inkompletter Mundschluss, unpräzise, oft "feuchte" Aussprache besonders der "Zischlaute", in offener Biss und die notwendige Zahnkorrektur durch einen Kieferorthopäden. Durch eine myofunktionelle Therapie sind diese Auffälligkeiten effektiv zu beheben.