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Aphasie

Aphasie und ihre Folgen


Grafik: mit freundlicher Genehmigung aphasie.org

(© 2014 Juliane Graf-Wegner)

„Das Wort Aphasie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ohne Sprache“ und wird mit „Sprachverlust“ übersetzt. Aphasien sind erworbene Sprachstörungen, die nach einer Schädigung der sprachdominanten Hirnhälfte auftreten...Menschen mit einer Aphasie sind nicht geistig behindert. Sie können logisch denken und Situationen richtig erfassen und beurteilen." (Quelle: www.aphasie.org)

Die Ursachen können in einer Verletzung des Gehirns (z.B. Schädel-Hirn-Trauma nach Unfall), in Hirntumoren, Entzündungen und degenerativen Erkrankungen des Gehirns (z.B. Morbus Alzheimer) liegen ... lesen Sie weiter [224 KB]

Zur Aphasie und ihren Erscheinungsformen

© Heinrich Mundt

Jährlich erkranken allein in Deutschland bis zu 200 000 Bundesbürger durch einen Schlaganfall (Hirninfarkt, Apoplex, Insult). Etwa 10-15% der Betroffenen, also 20 000 - 30 000, behalten bleibende Schädigungen ihrer Sprach- bzw. Kommunikationsfähigkeit. Das Ausmaß der Beeinträchtigungen kann sehr unterschiedlich sein. Das heißt also, dass der beschriebene Alptraum jeden Tag für mehr als dreißig Menschen ein Traum wird, aus dem es kein Erwachen mehr gibt.

Ein Betroffener kommt zu Wort:

"Als ich aus meinem Koma erwachte, bemerkte ich, dass ich meinen rechten Arm und mein rechtes Bein nicht bewegen konnte. Ich wollte aufstehen, aber es ging nicht. Mir wurde klar, dass ich in einem Krankenhaus lag. Endlich kam die Visite und ich sagte dies dem Arzt und den Schwestern. Ich wollte wissen, warum und was mit mir passiert sei. Aber man lachte nur und sprach für mich in Worten, die ich nicht begreifen konnte. Ich habe mich noch nie so hilflos und verlassen gefühlt." (Zitat aus der Broschüre Aphasie - Sprachstörungen nach dem Schlaganfall der Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe S.11)

Ein Aphasiker ist also gedanklich dazu in der Lage, seine Situation ganz normal wahrzunehmen und zu verarbeiten. Er kann die räumliche Situation (Krankenhaus) und die Funktionen der Personen (Ärzte, Schwestern) ohne weiteres erfassen. Erst in dem Moment, wenn er versucht , seine Sprache zu benutzen, erfährt er durch die Reaktionen der anderen, dass der Versuch, seine Gedanken in Worte zu kleiden, fehlgeschlagen ist. Und die gehörten Worte bleiben unverständlich. Auch Versuche sich schriftlich zu äußern bleiben erfolglos ... lesen Sie weiter [233 KB]